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Wie Kinder lernen
 
Kinder begreifen sich und die Welt ganzheitlich, d.h. sie lernen in einem komplexen Vorgang, in dem Denken, Fühlen und Handeln miteinander verschmelzen. Bildung in Kindertagesstätten wird vor allem als Selbstbildung verstanden. Das Kind entwirft von sich aus und in Interaktion mit der Umgebung in einer ihm eigenen Art und Weise seine Welt. Diese Interaktion beginnt bereits mit der Geburt. Dabei baut das Kind durch seine Wahrnehmung vielschichtige Bilder und Vorstellungen auf, die sich im Laufe des Bildungsprozesses zu einem Bild von der Welt zusammenfügen. Das Kind nimmt so Beziehung zu seinen Bezugspersonen auf und erfährt, wie die Dinge funktionieren und wie sie veränderbar sind. Das Kind ist von Anfang an bestrebt, eigene Handlungsmuster zu erwerben. Man spricht deshalb von „Selbstbildung“, weil niemand das Kind motivieren muss zu lernen, und es kann ihm auch niemand die Auseinandersetzung mit der Welt abnehmen, da es keine direkte Übertragung von Wissen und Erfahrung gibt. So gesehen ist das Kind ein kompetenter Akteur seiner eigenen Entwicklung und nicht das Objekt der Bildungsbemühungen anderer. (vgl. Orientierungsplan 2005: 11)
 
Unser Bildungsverständnis ist geprägt von einer ganzheitlichen Sichtweise auf das Kind. Wir sehen Menschen als eine Einheit von Geist, Leib und Seele und richten unsere Angebote für Kinder so aus, dass ganzheitliches individuelles Lernen möglich ist.
Vor dem Hintergrund, der unterschiedlichen Lebensumstände der Familien in denen die Kinder in Nikolausberg aufwachsen, ist dies eine große Herausforderung.
 
Kein Kind ist wie das andere. Jedes Kind hat seine individuelle Art sich ein Bild von der Welt, von den Menschen um sich herum und von sich zu machen. Die Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Erfahrungen zu uns.
 
Wir verstehen unser Konzept der offenen Arbeit als Chance und Möglichkeit um individuell und angemessen auf die veränderten Lebensbedingungen von Kindern und ihren Familien eingehen zu können und gemeinsam nach Antworten und Lösungen zu suchen.
 
Bildungs- und Lerngeschichten „Ich Mappen“
 
Auch wir schreiben in unserer Einrichtung Lerngeschichten für die Kinder und dokumentieren die Geschichten mit Fotos in den „Ich Mappen“. Angestoßen durch ein Evaluationsprojekt von Margret Carr 1995 in Neuseeland, veröffentlichte in Anlehnung an Carr das Deutsche Jugendinstitut 2004 das Projekt: „Bildungs- und Lerngeschichten“.
 
Carr verfolgte mit ihrem Verfahren das Ziel, ein Beobachtungssystem zu entwickeln, das sich nicht am Defizitblick auf Kinder orientiert, sondern dazu dient, zu erkennen, wo sich Kinder in ihren Lern- und Bildungsprozessen befinden und so einen positiven Blick auf das Kind zu bekommen. Bildungs- und Lerngeschichten entstehen durch die Beobachtung von Alltagssituationen in Kindertageseinrichtungen. Hierbei werden Zusammenhänge kindlicher Handlungen und die Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen erfasst.
 
Über die Bildungs- und Lerngeschichten können wir uns untereinander und mit Eltern austauschen. In unserer Einrichtung finden die Elterngespräche auf der Grundlage von Lerngeschichten oft auch in Form von Videoaufnahmen statt Dieser Austausch dient dazu, Stärken und Schwächen von Kindern besser zu verstehen und Lernprozesse fördern zu können. Gerade Übergangssituationen lassen sich mit diesem System gut beobachten und dokumentieren. Die Kinder können sich in ihrer „Ich Mappe“ immer wieder anschauen, wie war das als ich neu war in der Kita, was hat mich getröstet oder was habe ich gelernt, damit ich jetzt den Schritt in die Schule gut schaffen kann?
 
Verlassen die Kinder unsere Einrichtung, nehmen sie für sich eine Lerngeschichte mit, die sie als ein lernender interessierter Mensch beschreibt, der sich mitteilen und einlassen kann, der nicht gleich aufgibt und der Teil einer Gemeinschaft ist, mit Rechten und Pflichten.
Die Kinder bekommen die „Ich Mappen“ feierlich am Ende der Kindergartenzeit in einem Gottesdienst überreicht.